YouTube für Menschenrechte

Interview mit Linda Walter von wEYE

by Katharina Fabian , June 15, 2015

Eine unserer Teilnehmerinnen aus dem Jahr 2014 ist Linda Walter. Als langjähriges Mitglied von Amnesty International waren Menschenrechte für Linda schon immer ein zentrales Thema, das durch die Gründung von wEYE, einer Plattform für Medien zu Menschenrechtsthemen, noch mehr in den Vordergrund gerückt ist. wEYE ist so etwas wie das YouTube für Menschenrechte. Nutzer aus aller Welt können ihre Videos sicher hochladen und die Videos anderer Nutzer kommentieren und verifizieren. Ein Netzwerk aus den Bereichen Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft steht ihnen zur Seite, um auf Missstände aufmerksam zu machen und langfristig Lösungsvorschläge zu entwickeln.

Linda, wie geht es Deinem Projekt aktuell?

Unsere Arbeit konzentriert sich auf drei Bereiche: Bau der Homepage, Erweiterung des Netzwerks und Finanzierung. Seit Oktober letzten Jahres sind wir durch das Medien Innovationszentrum Babelsberg (MIZ) gefördert und können so derzeit eine volle Stelle finanzieren. Wir arbeiten intensiv an der Verbesserung des Verifizierungsprozesses und der Sicherheit, um mit unserer neuen Homepage möglichst bald online gehen zu können. Außerdem sind wir stets dabei, unser Netzwerk zu erweitern.

Wie bist Du zu diesem Projekt gekommen?

Ich bin gemeinsam mit Isabel Gahren Co-Founderin von wEYE. Vor knapp drei Jahren ist uns die Idee für ein "YouTube für Menschenrechte" bei der 5. Initiative zu "Internet und Menschenrechten" des Co:llaboratorys gekommen. Bis aus der Idee tatsächlich ein Projekt und aus dem Projekt ein gemeinnütziger e.V. geworden ist hat es dann noch einige Zeit gedauert.

Was sind Deine aktuellen Herausforderungen und Ziele für das kommende Jahr?

Dieses Jahr wollen wir vor allem ein Ziel erreichen: Unsere neue Homepage soll live gehen. Die Homepage ist fertig gescribbeld, jetzt muss sie zu großen Teilen noch programmiert werden. Das ist auch unsere größte Herausforderung - wir haben nicht genug interne Kapazitäten und sind stets auf der Suche nach Programmierern, die uns unterstützen.

Wie hat die Schmiede 2014 auf Dich und Dein Projekt gewirkt?

IT4Change hat uns insbesondere geholfen, uns auf unseren Kern zu konzentrieren und unsere Wirkungskette zu präzisieren. Durch die enge Interaktion mit anderen Sozialunternehmern aus dem gleichen Bereich haben wir wertvolles Feedback erhalten. Nicht zu unterschätzen ist auch das Netzwerk, dass sich uns aufgetan hat - sowohl professionell als auch auf privater Ebene.

Worin siehst Du persönlich die Chancen in der Symbiose aus IT & Sozialunternehmertum?

IT ist das perfekte Werkzeug um Wandel voranzutreiben. Insbesondere das Internet als globales Kommunikationsnetzwerk bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, soziale Probleme schnell und effektiv anzugehen. So können Sozialunternehmen mit IT-Schwerpunkt oft bessere, kostensparendere und zukunftsträchtigere Lösungen anbieten.